Von Bienen & Blüten

In meinen Apfelgärten auf über 1.000 Meter Seehöhe zwar ein bisschen später und ein bisschen langsamer als in der warmen Talsonne. Aber doch. Innerhalb weniger Tage brechen die Knospen der verschiedenen Apfelsorten auf. Ich erlebe das schon mein ganzes Leben, aber es ist dennoch immer ein berührendes Schauspiel.

Das ich genau beobachte. Ich grüße die neuen Blüten, rein weiß, mit zartrosa Rand, ein bisschen gestreift und die roten Blüten der Sorte Rouge. Manche sind klein und haben runde, kräftige Blütenblätter, andere sind länglich und zarter. Leicht zu erkennen, zu welcher Sorte eine Blüte gehört.

Der Frühling 2021

Unberechenbarer Mitspieler in der Landwirtschaft ist das Wetter. In diesem Jahr war der Februar so warm, dass ich einen zu frühen Start der Blüte befürchten musste. Das kalte Wetter kam zu Ostern, Schäden hatten wir glücklicherweise aber keine.

Abhängig von der Vegetationsphase überstehen die Bäume Temperaturen bis zu minus 5 Grad. Wenn es zu kalt wird, stellen wir im Obstgarten Wärmekerzen auf.

Die Blüte begann um den 25. April, was sehr früh ist. All das bedeutet für die weitere Entwicklung aber nichts. Je nach Wetter kann sich jetzt noch alles ändern.

Weltklima im Obstanger

Apfelanbau am Berg bedeutet, dass ich mich schon lange intensiv mit Wetter und Klima beschäftige. Die Bedingungen sind hier heroben anders als im Tal.

Seit einigen Jahren macht uns immer öfter kalter Wind zu schaffen, den gab es früher nur sehr selten. Ich denke, das sind Zeichen eines sich wandelnden Klimas.

Bienen bei der Arbeit

Stehen die Bäume in Vollblüte begrüßen wir unsere Stammgäste. Ein befreundeter Imker bringt die Bienenstöcke, und die Honigbienen beginnen mit ihrer so wertvollen „Arbeit“. – Von der alle etwas haben: Sie sammeln den Nektar aus den Blüten und nehmen dabei Blütenpollen mit. Diese übertragen sie auf Stempel und Narbe der nächste Blüte – et voilá! Der Keim eines Apfels ist angelegt.

Auch in dieser Phase beobachte ich das Wetter. Bienen fliegen erst ab einer Temperatur von 10 Grad. Ist es kälter, dauert es länger, bis sie Baum für Baum abgeerntet und zugleich bestäubt haben.

Fleißig, sozial, treu

Honigbienen zeigen, was effizientes Arbeiten bedeutet. Hat eine Biene einen blühenden Baum entdeckt, informiert sie ihre Kolleginnen im Bienenstock. Das tut sie mit dem so genannten Bienentanz. Wenn die Bienen mit einem Baum fertig sind, kommt der nächste an die Reihe.

Honigbienen, wie die unsrigen, fliegen am Tage etwa 300 Blüten an. Fun fact: Für einen Kilo Honig braucht es drei bis fünf Millionen Blüten.

Außer fleißig sind die Bienen auch noch treu: Sie bearbeiten zuerst alle Bäume einer Sorte bevor sie sich an die nächste Sorte machen.

Gesellschaft im Apfelgarten

Apfelbäume brauchen Bienen, damit sie tragen. Die Bienen sind wie berühmte Stargäste: Sie kommen, bleiben eine Weile und reisen dann wieder ab. Dauerhaft zu Gast im Apfelgarten sind noch viele anderen Insekten und Tiere, die unseren Bäumen gut tun. Es ist ein komplexes System, das zusammenspielt und schließlich die so wertvollen Früchte hervorbringt.