Höchster Apfelgenuss.
Wie es begann und wie es weitergeht.

»Wir haben uns mit dem Berg arrangiert. Seit Generationen leben wir heroben, man probiert allerhand aus. Vor zwanzig Jahren, nach dem Ende meiner Ausbildung, hatte ich das Gefühl, dass ich etwas Neues probieren wollte. Die komplette Umstellung auf Obstbau war mein Ziel, und ich habe mich gefragt: Wie gedeihen Äpfel am Berg, auf über 900 Metern?

Von Natur aus wachsen sie eher im Tal. Irgendwer hat sie heraufgebracht. Äpfel hat es immer gegeben und Birnen und all die Beeren, die man selbst gezogen hat und dann noch die wild wachsenden. Für uns war das nie etwas Besonderes. Wenn Du am Bauernhof aufwächst, dann schreist Du nicht jedes Mal vor Freude, nur weil die Johannisbeeren reif sind oder der Holunder.«

Da gondelt Einer in der halben Welt herum, schaut sich viele Länder an, ist immer in Gesellschaft unterwegs, und dann eine plötzliche Kehrtwende. Zurück zu Haus und Hof, dorthin, wo er geboren wurde und sich die Knie aufgeschürft hat, wo er Rechnen und Schreiben gelernt hat, wo er das Schwingen und Ticken dieser Welt begriff, sich Charakter, Wünsche, Visionen entwickelten.

Wie geht es Einem da? Kein Drama hat sich abgespielt, als Thomas Kohl beinahe von einem Tag auf den anderen beschloss, nicht mehr Reisende durch halb Europa zu begleiten. Wie seit Generationen üblich, war immer schon klar: Thomas, ältestes Kind und einziger Sohn, wird einmal den Hof übernehmen.

Auf der Landwirtschaftsschule sieht und erfährt er viel Neues, bekommt Ideen. Sein Interesse für Wirtschaft bleibt. Das Meiste lernt man vor Ort, und viel weiß und kann er schon. Man lernt das nebenbei, wenn man zuschaut, was die Eltern machen, wenn man mithilft, manchmal gern, manchmal weil es sein muss.

Reichlich Kurven sind es, bis man zum Obsthof Troidner auf den Ritten kommt. Von Bozen, das auf 260 Metern Seehöhe liegt, bis nach Unterinn sind es einige hundert Höhenmeter, da ist es immer frischer als im Tal. Eine Jacke zusätzlich mindestens. "Lang hat keiner geglaubt, dass hier heroben auf über 900 Metern Äpfel wachsen", das amüsiert Thomas Kohl noch immer. Vor mehr als zwanzig Jahren hat er zusammen mit seinem Vater damit begonnen, Apfelbäume zu pflanzen. Und es hat funktioniert! Auf dieser Seehöhe spricht man offiziell von Bergäpfeln. Wein ist auf dieser Höhe nicht mehr zu finden, aber die Bergäpfel gedeihen prächtig. Sie mögen die intensivere Sonneneinstrahlung und den kühlen Wind, der am Abend von den Berggipfeln heruntersaust. Lange noch, bis ins späte Frühjahr hinein, schaut Thomas Kohl vom Hof auf schneebedeckte Berggipfel auf der anderen Talseite.

Seit der Hof komplett auf Obstbau umgestellt wurde und der junge Obstbauer übernommen hat, ist viel passiert. Früher wurden Golden Delicious gepflanzt, nach dem Geschmack der Italiener, die zum Nachtisch nicht irgendeinen Apfel essen möchten. Und dann ist der Eigensinn in Thomas Kohl erwacht. Warum das machen, was man immer schon gemacht hat? Warum nicht etwas Anderes, Besonderes, Eigenes? Da kam ihm die Idee, auszuprobieren, welche Sorten sich als Bergäpfel eignen, und schließlich begann er, sortenreine Säfte zu pressen. Liegt ja nahe, über den Gartenzaun hinauszuschauen - oder besser hinunter ins Tal. Dorthin, wo in Südtirol Wein wächst. Wer genau schaut - so wie Thomas Kohl es getan hat - , dem fällt auf: Vieles ist ähnlich bei Trauben und Äpfeln, bei Sorten und Lagen.

Großer Apfelbaum, kleiner Apfelbaum. Wer ist nicht auf einen Apfelbaum geklettert, damals vor hundert Jahren, als der Sommer noch heiß war und lang? Der Apfelbauer lächelt. Klein sollen sie sein, die Bäumchen, die er pflanzt und übers Jahr hegt und pflegt. Gerade so groß, dass ein Erwachsener die obersten Äpfel erwischt, wenn sie richtig sind, um in die Presse zu wandern. Wie geht das? "Unsere Bäume wachsen nur ganz langsam", sagt er, "das ist praktisch". Und das muss es auch sein. Zwei bis drei Durchgänge beim Ernten braucht es, bis ein Baum zwischen August und Oktober, je nach Sorte, je nach Sonne, reif und abgeerntet ist. Alle einzeln und per Hand, bevor sie in den Korb wandern und dann weiter in den Stadel. Dort, wo früher das Vieh seinen Platz hatte, stehen heute die Anlagen, die Presse, die Tanks. Einen Stock tiefer wird abgefüllt.

Vieles musste Thomas Kohl selbst herausfinden. Auf der Suche nach den geeigneten Sorten für den Anbau am Berg, nach den besten "Cuvées" (den Mischsäften) und nach erstklassiger Qualität hat er viel herumprobiert. Und er probiert weiter. Ein wenig Vagabundenblut steckt noch immer in ihm. Gern ist er unterwegs und schaut sich um; holt sich Ideen und Inspirationen auf kleinen und großen Reisen, hält unbeirrt an seiner Idee fest und tüftelt an allen Details - so lange, bis er wirklich davon überzeugt ist. Ein untrüglicher Instinkt für Authentizität wohnt ihm inne. Nicht, weil er Bauer ist. Sondern weil er eben so ist, wie er ist.

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